Eine der populärsten Fragen, wenn das Blogprojekt konkreter wird: Ist anonymes bloggen in Deutschland möglich? Der Wunsch dahinter ist verständlich: Man möchte Inhalte veröffentlichen, ohne den eigenen Namen oder und die private Adresse öffentlich zugänglich zu machen.
Die kurze Antwort lautet: Anonym bloggen ist grundsätzlich möglich – allerdings nur sehr eingeschränkt. Vor allem rechtliche Vorgaben sorgen dafür, dass vollständige Anonymität in der Praxis schwer umzusetzen ist.
Darf man anonym bloggen in Deutschland?
Zunächst einmal gilt: Es gibt kein Gesetz, das dich dazu verpflichtet, Inhalte unter deinem echten Namen zu veröffentlichen. Du kannst also problemlos unter einem Pseudonym bloggen oder schreiben. Solange du dies privat tust.
In diesem Sinne ist anonymes Auftreten durchaus erlaubt. Problematisch wird es jedoch, sobald gesetzliche Informationspflichten greifen also leider fast immer.
Impressumspflicht für Blogger: Was gilt in Deutschland?
Sobald du einen Blog betreibst, stellt sich schnell die Frage: Brauche ich ein Impressum für meinen Blog?
In Deutschland gilt die sogenannte Impressumspflicht für Blogger, sobald eine Website nicht rein privat ist. Das ist in der Praxis fast immer der Fall. Bereits regelmäßige Beiträge, eine gewisse Öffentlichkeit oder auch einfache Monetarisierungsmöglichkeiten wie Affiliate-Links reichen aus.
So ziemlich alle stellen sich daher irgendwann die Frage: „Brauche ich ein Impressum für meinen Blog?“
Die Antwort lautet in 99% der Fälle: Ja.
Das Impressum dient dazu, die verantwortliche Person hinter einer Website klar zu identifizieren und erreichbar zu machen.
Mehr zur Impressumspflicht erfährst du hier.
Muss ich meine Adresse im Impressum angeben?
Eine der häufigsten Fragen lautet: Muss ich meine Adresse im Impressum angeben?
Die klare Antwort: In der Regel ja.
Ein rechtssicheres Impressum muss eine sogenannte ladungsfähige Anschrift enthalten. Das bedeutet, dass unter dieser Adresse tatsächlich Post zugestellt werden kann und du im Zweifel rechtlich erreichbar bist.
Ein Postfach reicht dafür nicht aus. Auch unvollständige oder falsche Angaben sind nicht zulässig. Für viele Blogger bedeutet das, dass sie ihre private Wohnadresse im Impressum veröffentlichen müssen.
Dein echter Name muss in Deutschland natürlich ebenfalls ins Impressum. Dein Pseudonym reicht leider nicht. Was alles ins Impressum hinein gehört, erfährst du hier.
Warum anonym bloggen dadurch schwierig wird
Genau an diesem Punkt zeigt sich das zentrale Problem: Auch wenn du unter einem Pseudonym bloggst, bist du über das Impressum eindeutig identifizierbar.
Damit ist klar, dass anonym bloggen in Deutschland nur sehr eingeschränkt möglich ist.
Risiken durch die Veröffentlichung der eigenen Adresse
Die Pflicht, den eigenen Namen in Verbindung mit der eigenen Adresse im Impressum anzugeben, ist für viele Blogger mit einem unguten Gefühl verbunden. Schließlich ist diese Information frei im Internet zugänglich und kann von jeder Person eingesehen werden. Der Chefin, dem Papa, der Tante, den Kindern den Nachbarn oder aufdringlichen Followern.
Gerade bei sensiblen Themen oder einer wachsenden Reichweite kann das als Eingriff in die Privatsphäre empfunden werden. Die Trennung zwischen beruflicher und privater Sphäre wird dadurch deutlich erschwert.
Welche Möglichkeiten haben Blogger?
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich rechtliche Anforderungen und Privatsphäre miteinander vereinbaren lassen.
Der eigene Name muss ins Impressum. Da führt kein Weg dran vorbei. Denn du allein bist rechtlich für deine Inhalte verantwortlich.
Doch man kann sich einen Rest Anonymität bewahren, indem man die private Anschrift aus dem Impressum heraushält.
Einige nutzen dafür ein Postfach. Diese Lösung ist jedoch nicht zulässig, da keine ladungsfähige Anschrift im Sinne des Gesetzes vorliegt. Post und Einschreiben müssen nämlich entgegen genommen werden können – von dir persönlich oder einem Zustellungsbevollmächtigten.
Daher ist die saubere Variante, eine externe Adresse zu verwenden, die den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Deine Privatadresse und auch deine Identität bleiben somit geschützt (solange dein Name nicht vollkommen außergewöhnlich ist), während gleichzeitig ein rechtssicheres Impressum gewährleistet ist.
Fazit: Anonym bloggen in Deutschland – was ist wirklich möglich?
Zusammenfassend lässt sich sagen: Anonym bloggen in Deutschland ist grundsätzlich möglich, aber nur im Privaten. Machst du deinen Blog für die Öffentlichkeit sichtbar, brauchst du auch ein Impressum.
Die zentrale Frage „Muss ich meine Adresse im Impressum angeben?“ lässt sich daher meist mit Ja beantworten. Ebenso ist die Frage „Brauche ich ein Impressum für meinen Blog?“ in den meisten Fällen eindeutig zu bejahen.
Doch das heißt nicht, dass du zumindest in Teilen anonym bleiben kannst. Wenn du überlegst einen Blog zu erstellen oder deinen bestehenden Blog rechts- und abmahnungssicher zu gestalten, dann können wir dir mit unserem Impressumservice helfen.


Schreiben Sie einen Kommentar